Bundesregierung ermöglicht bessere Nachverfolgung von Corona-Verdachtsfällen

Die örtlichen Gesundheitsämter spielen bei der Kontrolle und Eindämmung der aktuellen Corona-Epidemie in Deutschland eine entscheidende Rolle. Zum einen braucht es ein zügiges und umfassendes Meldewesen, damit die Entscheidungsträger auf allen Ebenen ein möglichst umfassendes und aktuelles Bild über die Ausbruchsentwicklung haben. Zum anderen ist bei bestätigten Infektionen und begründeten Verdachtsfällen eine schnellstmögliche und umfassende Nachverfolgung der Personen notwendig, mit denen der oder die Infizierte Kontakt hatte.

Diese Aufgaben sind durch die 375 lokalen Gesundheitsämter und die zuständigen Landesbehörden in Deutschland zu leisten. Durch die Beschränkungen der letzten Wochen ist erreicht worden, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen zuletzt unter 3.000 am Tag lag. Nun beginnen erste vorsichtige Öffnungen. Deshalb ist es jetzt dringend geboten, eine vollständige Kontaktnachverfolgung zügig sicherzustellen.

Daher soll kurzfristig pro 20.000 Einwohner mindestens ein Kontaktnachverfolgungsteam aus fünf Personen zum Einsatz kommen. „Wir unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird. Auch die Menschen im Kreis Kleve werden von der personellen Stärkung des Gesundheitsamtes des Kreises Kleve profitieren“, so Barbara Hendricks, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Kleve. Für die Einwohner im Kreis Kleve stünden künftig somit mindestens 15 Teams mit 75 geschulten Mitarbeitern allein zur Kontaktnachverfolgung zur Verfügung. Im Bedarfsfall könnte die Zahl kurzfristig auch deutlich aufgestockt werden.

Hierzu sollen die Gesundheitsämter in Deutschland durch Abordnungen aus anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und gegebenenfalls auch durch qualifizierte externe Dritte personell gestärkt werden. In besonders betroffenen Gebieten sollen zusätzliche Teams der Länder eingesetzt werden. Gibt es einen weiteren Bedarf, wird auch die Bundeswehr mit geschultem Personal solche Regionen bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen.

Mit dem Projekt „Containment-Scouts“ des Robert Koch-Instituts werden darüber hinaus 105 mobile Teams (à 5 Personen, bestehend aus Studierenden) zur Unterstützung der Gesundheitsämter zur Unterstützung vor Ort eingesetzt.

Zusätzlich werden im Projekt „Medis4ÖGD“ kurzfristig Medizinstudierende für einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen zur Unterstützung der Gesundheitsämter bei der Kontaktpersonennachverfolgung sowie zur Mitarbeit bei der Dokumentation, Dateneingabe oder Telefonauskunft geschult und vermittelt.